AGTS-JAHRESTAGUNG 2026: Die Spiritualität heiliger Räume und Kunstwerke

10.-12. September 2026, Haus Klara Oberzell Würzburg

Kraftorte. Magische Atmosphären. „Durchbetete“ Räume…

Dass Plätze, Orte, Räume und Bauten nicht einfach nur vorhandene Landschaftsmöbel sind, sondern Wirkungsfelder in und um sich haben, kann man aus solchen – oftmals intuitiven – Bezeichnungen heraushören. Und wer kann sich schon dem Zauber des Kölner Doms, der Pyramiden von Gizeh oder der Athener Akropolis mit dem Blick aufs Ägäische Meer entziehen? Aber auch dies: Wer wüsste nicht in seiner näheren Umgebung von Geraune über gesegnete Äcker, verhexte Wegekreuzungen oder unheimliche Häuser?

Welche Qualität ist es, die so etwas bewirkt? Wer oder was redet mit uns, wenn wir von einem Gebäude oder einer Skulptur zu hören meinen: „Du musst dein Leben ändern…“ (R.M. Rilke, Archaïscher Torso Apollos, 1918)? Die Artefakte menschlicher Arbeit in Kunst und Architektur transportieren gelegentlich mehr Bedeutung als ihre Schöpfer absehen konnten, gelegentlich auch weniger, als sie ausdrücken wollten.

Was also macht einen Raum zu einem spirituellen Raum? Was erhebt ein Kunstwerk über den Status einer Dekoration? Wie kommt der Geist in eine spezifisch angeordnete Materie, die wir eine Skulptur nennen? In einer Zeit, in der über das Schicksal vieler Kirchen und heiliger Räume entschieden und das Verständnis für sakrale Kunst brüchig wird, wollen wir diese grundlegenden Fragen in Würzburg nachgehen.

Gäste sind herzlich willkommen. Weitere Informationen zum Programm und der Anmeldung finden sie hier.

Foto: Johann Neven

JAHRESTAGUNG 2025: Etty Hillesum (1914-1943)

„IM MENSCHEN EIN STÜCK VON GOTT BEWAHREN“ –
Das spirituelle Zeugnis von Etty Hillesum (1914-1943)

Unter diesem Titel lädt die Arbeitsgemeinschaft zu ihrer Jahrestagung 2025 in Oberzell bei Würzburg herzlich ein.

„Sonntagmorgengebet“ betitelt Etty Hillesum den Tagebucheintrag vom 12. Juli 1942 und schreibt: „Ich werde dir helfen, Gott, dass du nicht in mir zugrunde gehst, aber ich kann im Voraus für nichts garantieren. Aber eines wird mir immer klarer: dass du uns nicht helfen kannst, sondern dass wir dir helfen müssen, und dadurch helfen wir uns selbst. Und das ist das Einzige, was wir in dieser Zeit bewahren können, und auch das Einzige, auf das es ankommt: ein kleines Stück von dir in uns selbst, Gott.“

Der Mensch muss Gott helfen? Im Leben eines Menschen kommt es einzig darauf an, ein Stück von Gott in sich zu bewahren? Weil es Zeiten gibt, in denen nichts anderes bleibt?

Diesen und weiteren Fragestellungen will die diesjährige AGTS-Tagung, organisiert und geleitet von Prof.in Dr.in Isabella Bruckner (Rom) und Dr. Barbara Henze (Freiburg), in verschiedenen methodischen Formaten nachgehen.

Eine Besonderheit in diesem Jahr:

Unterstützt werden die Vorträge, die gemeinsame Textlektüre und -interpretation durch das Hören der Texte, vorgelesen von Martina Gedeck im Experimentalfilm „Samstagmittag, 12 Uhr“ von Peggy und Thomas Henke.

Detaillierte Informationen zum Programm und zur Anmeldung finden Sie hier.

Wie immer sind auch Gäste herzlich willkommen!

Foto: Stillbild 20:26:51 aus dem Film „Samstagmittag, 12 Uhr“ von Peggy und Thomas Henke, 2022.

Nachruf auf Dr. Heinrich Christian Rust (9.8.1953 – 16.9.2024)

Mit Trauer und Betroffenheit hat die Arbeitsgemeinschaft Theologie der Spiritualität vom Tod ihres Mitglieds Heinrich Christian Rust erfahren.

Der Verstorbene war Mitbegründer der Geistlichen Gemeindeerneuerung und Referent für Heimatmission im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden. Mit unermüdlicher Schaffenskraft und visionären Ideen hat er die spirituelle Erneuerung und Vertiefung des Bundes vorangetrieben. Auf mehreren Tagungen der AGTS hat er uns an seinem Engagement teilhaben lassen und aus den wissenschaftlichen Vorträgen und Gesprächen zugleich Inspirationen bekommen, um seinem Anliegen ein gutes theologisches Fundament zu geben.

Wir empfehlen den Verstorbenen in Gottes Hand und werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Univ.-Prof. Dr. Michael Rosenberger, Erster Vorsitzender

VORANKÜNDIGUNG FÜR DIE JAHRESTAGUNGEN 2025 und 2026

Die Themen für die kommenden Jahrestagungen 2025 und 2026 wurden festgelegt:

Von 11. bis 13. September 2025 wird sich die AGTS mit dem Thema „Macht und Ohnmacht. Zum Gottes- und Menschenbild bei Etty Hillesum“ beschäftigen. Nähere Informationen folgen.

Für die Tagung von 10. bis 12. September 2026 lautet der Arbeitstitel des Themas: „Bildende Kunst, Architektur und Spiritualität“.

Beide Veranstaltungen werden im Haus Klara in Oberzell bei Würzburg stattfinden. Neben den Mitgliedern der AGTS sind auch Gäste immer herzlich willkommen. Nehmen Sie bei Interesse bitte Kontakt mit dem Geschäftsführer Herrn Prof. Dr. Cornelius Roth auf.

AUF DEM WEG ZU EINER SEELSORGLICHEN KIRCHE? – Neuer Band der Studien zur Theologie der Spiritualität online

Ab sofort ist unabhängig von den fortlaufenden Tagungsthemen ein neuer Band der Studien zur Theologie der Spiritualität online zugänglich.

Bei Band 9 der Reihe handelt es sich um die Wissenschaftliche Auswertung der bischöflichen Seelsorgevisitation in der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) 2020-2024.

Dazu schreibt der Herausgeber der Reihe, Michael Rosenberger, im Vorwort:

„Mit Band 9 der Studien zur Theologie der Spiritualität (STS) betreten wir in doppelter Weise Neuland. Zum einen, weil der Band keine Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Theologie der Spiritualität (AGTS) abbildet, sondern Ergebnisse einer groß angelegten Studie veröffentlicht. Zum anderen, weil diese Studie das konkrete Handeln eines Landesbischofs und seines Arbeitsfeldes Seelsorge wissenschaftlich begleitet und vertieft. […]

Wenn die Seelsorge im engeren Sinne im Fokus dieser Studie steht, liegt auf der Hand, dass auch und sogar zentral nach deren spiritueller Dimension gefragt wird. Dies geschieht in vielen Beiträgen dieses Bandes. Im evangelischen Kontext ist das keine Selbstverständlichkeit, weswegen auf die Erfahrungen jener Schwesterkirchen Bezug genommen wird, die der spirituellen Ausbildung und Begleitung ihres Seelsorgepersonals traditionell mehr Gewicht beimessen. Spiritualität wird dabei konsequent als Teil der seelsorglichen Professionalität verstanden. Das entspricht dem inhaltlichen Anliegen der AGTS, die zudem eine der wenigen fachtheologischen Arbeitsgemeinschaften im deutschen Sprachraum ist, die sich seit ihrer Gründung als ökumenisch versteht. Corinna Dahlgrün, die Herausgeberin dieses Bandes, war lange Jahre stellvertretende Vorsitzende der AGTS.
Die Studien zur Theologie der Spiritualität wollten von Beginn an keine exklusive Reihe von Tagungsbänden sein und sind es doch lange geblieben. Umso erfreulicher ist es, dass nunmehr erstmals eine Studie anderen Formats in der Reihe erscheint. Mögen ihr viele weitere folgen!“

Corinna Dahlgrün (Hg.)
Auf dem Weg zu einer seelsorglichen Kirche?
Wissenschaftliche Auswertung der bischöflichen Seelsorgevisitation in der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) 2020-2024

Studien zur Theologie der Spiritualität (Band 9)
Online-Publikation
ISSN: 2520-0569

Download Band 9

JAHRESTAGUNG 2024: „Heilig oder verrückt“

„Heilig oder verrückt – Paranormale religiöse Erlebnisse und deren spirituelle Deutung“ – unter diesem Thema wird die AGTS-Jahrestagung 2024 stehen.

Die Tagung wird vom 12.-14. September 2024 in Würzburg/Oberzell stattfinden.

Nähere Informationen zum Programm finden Sie HIER.

ÖFFENTLICHER VORTRAG: Mystik und Weltorganisation 07.09.2023, Himmelspforten Würzburg

Im Rahmen der AGTS-Jahrestagung zu Person und Werk des früheren UNO-Generalsekretärs Dag Hammarskjöld findet am Donnerstag, 07. September, zur Tagungseröffnung um 19 Uhr ein öffentlicher Vortrag im Tagungshaus Himmelspforten (www.himmelspforten.net) bei Würzburg statt. Das Thema lautet:

„Mystik und Weltorganisation. Denken und Handeln des UNO-Generalsekretärs Dag Hammarskjöld“

Den Vortrag hält Prof. Dr. Manuel Fröhlich, Inhaber des Lehrstuhls für Internationale Beziehungen und Außenpolitik an der Universität Trier. Professor Fröhlich wird auch an den folgenden Veranstaltungstagen als Referent aktiv an der Tagung teilnehmen.

Herzliche Einladung! Der Eintritt zum Vortrag ist frei.

Nähere Informationen zur Tagung finden Sie hier.

PROGRAMM JAHRESTAGUNG 2023 zu Dag Hammarskjöld, 07.-09.09.2023, Himmelspforten Würzburg

DIPLOMATIE UND HEILIGUNG
Zur bleibenden Aktualität von Dag Hammarskjöld

Unter diesem Titel lädt die Arbeitsgemeinschaft zu ihrer Jahrestagung von 07. bis 09. September 2023 in Würzburg herzlich ein. Nähere Informationen zu Programm und Anmeldung finden Sie hier.

„Mich durchschwebt die Vision von einem seelischen Kraftfeld, geschaffen in einem ständigen Jetzt von den vielen, in Wort und Taten ständig Betenden, im heiligen Willen Lebenden.“

Solch eine Notiz des 47-jährigen schwedischen Ministers Dag Hammarskjöld ist bezeichnend für sein Wirken – 1952 formuliert, also ein Jahr vor seinem Amtsantritt als UNO-Generalsekretär, vor über 70 Jahren. Sie stammt aus jenem Tagebuch, das man zur Überraschung aller nach seinem Tod fand und das inzwischen als Klassiker religiöser Weltwahrnehmung und christlicher Spiritualität gelten darf: „eine Art Weißbuch meiner Verhandlungen mit mir selbst – und mit Gott“. Dag Hammarskjöld (1905-1961) arbeitete damals mitten im Kalten Krieg unermüdlich für eine nachhaltige Weltinnenpolitik. Diese ist heutzutage – nicht zuletzt angesichts der Klimakrise samt all ihren politischen und sozialen Verwerfungen – ein dringendes Gebot und nötigt zur Frage nach ihren spirituellen und ethischen Ressourcen. „Der Weg zur Heilung geht in unserer Zeit notwendig über das Handeln.“

Das Lebens-Werk dieses besonderen Christenmenschen ist also historisch zu würdigen und zugleich auf inspirierende Ansätze und Impulse hin zu befragen. Auf welche Weise hat er das Spannungsfeld von Mystik und Politik, von Ethik und Spiritualität ausgelotet, praktisch und grundsätzlich? Was ist daraus für heutige Lebens- und Überlebensfragen zu lernen, persönlich wie programmatisch? Welche Prioritäten ergeben sich?

NEUER TAGUNGSBAND 7 ONLINE: Zerreißproben. Kirche zwischen Spiritualität und Macht

Der Band zur Jahrestagung 2022 ist ab jetzt online. Das Thema der letzten Tagung stand unter dem Titel: „Zerreißproben. Kirche zwischen Spiritualität und Macht.“

Link zu den Tagungsbänden „Studien zur Theologie der Spiritualität“

Im Hintergrund stehen die aktuellen Debatten über Missbrauch und Machtstrukturen in den Kirchen. Zwar scheinen Spiritualität und spirituelle Praxis zunächst keinen unmittelbaren Bezug zur Machtproblematik zu haben. Diese Annahme hält einer redlichen Prüfung allerdings nicht stand.

Denn «Spiritualität» ist ein menschliches Tun und damit anfällig für Missbrauch. Auch geistliche Vollmacht ist: Macht. Jede geistliche Gemeinschaft hat neben den Anliegen ihrer Berufung auch Machtstrukturen zu klären und zu überprüfen. Die aktuelle Diskussion um kirchliche Hierarchien und ihre Verführbarkeit zeigt, wie tief die Verirrung sein kann.

Wie sieht hier und unter heutigen Bedingungen eine «Unterscheidung der Geister» aus, und wie kommt man zu einer redlichen Überprüfung der eigenen spirituellen Praxis und der einer geistlichen Gemeinschaft? Zerreissproben sind da unvermeidlich, es tun sich Abgründe auf, und das, was Spiritualität heißen soll, muss eingehend geklärt werden. Auch, ja, gerade, weil es schmerzhaft ist.

Diesen Herausforderungen für Glauben und Theologie hat sich die Tagung gestellt und stellt die Tagungsbeiträge nun online zur Verfügung.